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1. Juli 2019

Häcksler Test 2019 - Welcher ist der Beste?

Häckselwerk ist kein Hexenwerk wenn man einen Qualitäts-Häcksler verwendet. Da wird in kürzester Zeit aus lästigen Schnitt-Abfällen wertvoller Mulch oder Kompost. Aber ein guter Häcksler ist nicht unbedingt preiswert und kann durchaus von mehreren Gartenbesitzern gemeinschaftlich genutzt werden. Wir haben drei Geräte untersucht, die gerade für Siedlergemeinschaften interessant sein können.

Häcksler Test 2019
In unserem Häcksler Test werden die Geräte genau unter die Lupe genommen. | © eck

Im Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, die Büsche runter zu schneiden oder die Äste der Bäume zu kürzen. So mancher Gartenfreund steht eher missmutig vor dem riesigen Haufen von Ästen und Zweigen, den er danach in seinem Garten aufgetürmt hat. Aber wohin damit? Dafür haben sich pfiffige Menschen den Häcksler als segensreiches Hilfsmittel ausgedacht. Im feinen Englisch auch als Shredder bezeichnet, macht er aus sperrigen Gartenabfällen aller Art klein geschnitten und aufgebrochen bestes Ausgangsmaterial zum Abdecken der Beete oder für den Komposthaufen.

Aber welches Gerät ist denn für welchen Einsatz geeignet? Wir haben für Sie drei Geräte in der Preisklasse zwischen 659 und 5.400 Euro einem subjektiven Vergleich unterzogen. Die Überraschung gleich vorweg: Keiner der Prüflinge fiel durch. Alle sind für den Einsatz in Siedlergemeinschaften empfehlenswert. Allenfalls sehr spezifische Eigenschaften haben Einfluss auf den Kaufentscheid. Und der ist eben genauso subjektiv wie unser Test, der zwei wichtige Erkenntnisse brachte.

Erste Erkenntnis: Dass der gemeine Häcksler ein lautstarkes, rappelndes Gerät ist, wird hiermit offen und ehrlich abgestritten. Dass die großen Messer-Häcksler etwas lauter sind, relativiert sich wenn man bedenkt, dass die gleiche Menge Häckselgut bereits nach einem Viertel der Zeit klein geschreddert ist.

Zweite Erkenntnis: Es gibt keine wirklich schlechten oder zu teuren Häcksler. Zwischen 650 und 5.400 Euro entscheiden einzig Einsatzbereich, Einsatzdauer, Material und Geldbeutel. Es gilt die simple Faustregel: Für kleines Geld kleine Mengen und kleine Äste für einzelne und kleine Gärten, für großes Geld große Mengen und große Äste für viele Gärten.

Häcksler Test 2019

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Unsere Prüfung war subjektiv, weil wir zum Beispiel bewusst auf eine schalltechnische Untersuchung im Labor verzichtet haben. Wir vertrauten lieber auf unsere Ohren und die der Nachbarn. Und weil wir den Motor nicht zur Kontrolle der Drehzahl auf den Prüfstand stellten, sondern beobachteten, wie er und das Schneidwerkzeug mit unserem Schnittgut zurechtkamen. Nur einmal holten wir dann doch den Zollstock aus der Schublade. Um die exakte Prüfast-Dicke zu bestimmen.

Funktionalität

Ein moderner Schnellläufer ist mit 100-110 Dezibel nur unmerklich lauter als kleine Walzengeräte. Und das gleichmäßige Summen des Beziners beim den beiden Denqbar Häckslern oder der Messer und des Hammerwerks beim Cramer empfanden unsere Tester nicht als unangenehm. Die Geräte bewegten sich in einem Geräuschrahmen, der keinen Nachbarn schimpfend an den Gartenzaun lockt.

Sicherheit

Sicherheit ist ein vorrangiges Thema beim Häckseln. Was nützt das beste Gerät, wenn nicht die eigene Sicherheit gewährleistet ist. Und die fängt bei der persönlichen Ausstattung an. Dazu gehören Arbeitshandschuhe und Schutzbrille sowie festes Schuhwerk.

Es ist absolut sinnvoll, beim Häckseln einen Gehörschutz zu tragen. Das muss nicht unbedingt ein dicker Kopfhöhrer sein. Soft-Ohrstöpsel reduzieren auch den Geräuschpegel. Denn der entspricht bei 90 Dezibel dem eines Lastwagens, bei 100 Dezibel dem eines Ghettoblasters und bei 110 Dezibel dem von Discosound, Symphoniekonzert oder Martinshorn. Bei einer Stunde Dauerberieselung bestimmt nicht mehr angenehm.

Zur Gerätesicherheit gehört selbstverständlich die Standsicherheit des Gerätes. Ein stabiler, breiter Rahmen, nicht wackelnde Standfüße sowie fest montierte Transporträder sind Grundvoraussetzung.

Häcksler Test Cramer
Der Cramer Combi Cut 9600 Häcksler wird ebenfalls genau unter die Lupe genommen | © eck

Der Einwurfschacht muss so konzipiert sein, dass auch Kinderhände nicht hineinpassen. Auch, wenn Kinder nichts in der Nähe von Häckslern zu suchen haben. Genauso sollten die Messer im Auswurfschacht nicht ohne weiteres mit den Händen erreichbar sein.

Eine Motorbremse ist erwiesenermaßen ein sehr wichtiger Schutz. Wenn die Maschine abgestellt wird oder sie sich wegen Überlastung festläuft, sollte auf alle Fälle der Motor sofort still stehen. Eine Wiederanlaufsicherung vermeidet, dass das Gerät sofort weiterläuft, wenn es von festsitzendem Häckselgut befreit wird.

Ausstattung

Wichtig ist der Transportgriff. Denn damit können Sie den Häcksler über die Wiesen oder die Wege ziehen. Auch sehr nützlich ist eine Abdeckhaube für die Aufbewahrung im Außenbereich damit keine Nässe in den Motorraum gelangt. Und gute Luftbereifung erleichtert den Transport genauso, wie eine Deichsel zm Ziehen.

Häcksler Test
Der Häcksler von Denqbar während des Tests | © eck

Unser Tipp zur Verarbeitung:

Schneiden Sie das Häckselgut vor der Verarbeitung am bestenauf Meterlängen zu und trennen Sie starke Verzweigungen. Das spart Zeit und es klemmt nichts ein.

Fazit

Bliebe schließlich noch das liebe Geld. Und da liegt der eigentliche Wermutstropfen im Häckselgut. Denn für zehnmal so viel Geld bekomme ich eben nicht zehnmal so viel Leistung. Oder zehnmal so wenig Lärm. Deshalb unser Rat: Eine Siedlergemeinschaft, die technisch immer up to date sein will, das feinste Häckselgut erwartet und einen angenehmen Geräuschpegel bevorzugt, nimmt ein großes Gerät. Wenn eine kleine Gemeinschaft für ein zufriedenstellendes Ergebnis bei akzeptablem Gebrumm nur kleines Geld ausgeben mag, ist sie mit dem Gerät für unter 700 Euro durchaus gut bedient. Und alle Anderen suchen sich ihr Maschinchen nach den persönlichen Wünschen aus. Eben ganz subjektiv. Und das Ergebnis wird astrein fein.

Und da wäre bei der Überlegung zur Wirtschaftlichkeit auch darüber nachzudenken, wie oft im Jahr man eigentlich einen Häcksler benötigt. Die Selbsteinschätzung unsere Tester liegt zwischen einem halben und zwei Tagen, jeweils im Frühjahr und im Herbst. Nun haben die aber alle eine Grundstücksgröße von 500 bis 5.000 Quadratmetern mit hohem Hecken- Busch – und Baumanteil. Beim deutschen Durchschnittsgrundstück von 250 qm wird sich dementsprechend der Einsatzzeitraum auf insgesamt zwei bis fünf Stunden im Jahr reduzieren. Da lohnt es sich schon, ein Gespräch mit den Nachbarn oder in der Siedlergemeinschaft zu führen, um zusammen über eine e Anschaffung nachzudenken. Beim Häcksler-Sharing ist dann sicherlich auch eine leistungsfähigere Variante drin.
Dann man ran an die Häcksler. Alles schön klein machen, auf den Kompost bringen oder ins Beet. Viel Spaß dabei!

Denqbar DQ-0231

Der kleine Denqbar Häcksler ist ein 5,1 kW (7 PS) Gartenschredder mit luftgekühltem 212 ccm 4-Takt-Benzinmotor, der auch E10 geeignet ist.
Er treibt einen Rotor mit Schlagmessern für professionelles und schnelles Arbeiten an. Die Doppelschneiden mit speziell gehärteten Messerklingen sorgen für präzises Zerkleinern bei einer maximalen Häckslerkapazität von 76 mm. Die hat eine 145 mm Öffnung zum besseren Befüllen mit dicken Ästen.
In diesem DENQBAR Häcksler wird das Schnittgut von 16 schnell rotierenden Schlägeln zerkleinert. Uns gefiel der kraftvolle Einzug. Durch das perfekte Zusammenspiel mit den speziell gehärteten Doppelmesserklingen im Seiteneinfülltrichter erhält man im Handumdrehen ein überzeugendes Arbeitsergebnis. So lässt sich das Volumen des Ausgangsmaterials um durchschnittlich bis zu 75 Prozent reduzieren, was die Biotonne natürlich sehr entlastet.Unser Testurteil: Gut Plus.

Denqbar DQ-0232

Der große Denqbar Häcksler ist ein 11 kW (15 PS), Gartenschredder, ebenfalls mit luftgekühltem 4-Takt Benzinmotor der E10 geeignet ist. Er hat 420 ccm Hubraum und leistet maximal 3.600 U/min.
Das Grundprinzip dieses Häckslers entspricht dem seines kleinen Bruders. Allerding in der kraftstrotzenden Variante. Unsere Tester waren absolut begeistert von der Power dieses Gerätes: „Der schafft auch zehn Gärten nacheinander ohne zu murren!“ Ob der Apfelbaum in das Nachbargrundstück ragt oder die Kiefer den kleineren Gewächsen zunehmend das Licht nimmt – es gibt unzählige Situationen, in denen dieser bärenstarke Häcksler wertvolle Hilfe leistet. Einfach die Bäume und Sträucher zurechtstutzen, den Abschnitt kleinhäckseln und ab in den Komposter – erledigt. Mit diesem Profi-Gartengerät von DENQBAR schaffen Sie im Handumdrehen wieder Platz und Ordnung in Ihrem Garten. Unser Testurteil: Sehr gut.

Cramer Combi Cut 9600

Der Cramer Combi Cut kann sicherlich eine ganze Siedlergemeinschaft zur Strauch- und Baumschnittzeit bedienen. Sein 8,2 kW (11,7 PS) Honda GX 390 Benzin Motor treibt zwei völlig unterschiedliche Schneidsysteme parallel nebeneinander an. Das ergibt eine Häckslerleistung von 830 kg in der Stunde.
Der seitliche Einfülltrichter führt Zweige einer schweren Messerscheibe zu, welche diese in ca. 3 mm dünne Scheiben quer zur Faserrichtung schneidet. Über den oberen Einfülltrichter gelangen alle anderen Materialien direkt in ein Hammerwerk. Hier sind zwölf blitzscharfe Schneidhämmer aufgehängt und zerschlagen und zerspleißen das zugeführte Häckselgut, das anschließend optimal für die Kompostierung und Erdaufbereitung vorbereitet ist. Der Combi Cut 9600 schaft Äste bis zu einer Stärke von 80 mm Durchmesser. Vor allem unsere Testerin war absolut begeistert und war kaum von dem Gerät zu trennen. Unser Testurteil: Sehr gut.

Manfred Eckermeier

Schlagworte Häcksler | Häcksler Test | Gartenhäcksler | Gartenhäcksler Test


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